Für eine Landnutzung im Sinne des Artenschutzes ist ein kontinuierlicher Austausch zwischen allen Beteiligten erforderlich. In diesem Zusammenhang steht die KLAr-Geschäftsstelle im Dialog mit Flächeneigentümern und berät Sie als Landwirt und Jäger, Kommune, Unternehmen und Religionsgemeinschaft sowie Privatperson im Rahmen freiwilliger Artenschutzmaßnahmen auf der Fläche und an Gebäuden.
Schon mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen wie dem Anbringen von Fledermauskästen, dem Schaffen von Nistplätzen für z. B. Mauersegler, Schwalben oder Schleiereulen, der Anlage von Wildblumenwiesen oder der naturnahen Gestaltung von Außenflächen mit heimischen Gehölzen und Stauden kann die Artenvielfalt in Melle wirksam gefördert werden. Für ein überdurchschnittliches Engagement in diesem Bereich verleiht das Bündnis KLAr Melle die KLAr-Artenschutzplakette. Ausgezeichnet werden Unternehmen, Kirchengemeinden sowie Einzelpersonen, die sich freiwillig und dauerhaft für den Schutz heimischer Arten und ihrer Lebensräume einsetzen. Für die KLAr-Artenschutzplakette können Sie sich bewerben oder vorgeschlagen werden.
Die Auszeichnung eines Projekts erfolgt unter folgenden Voraussetzungen:
Bewerbungen oder Vorschläge für die Verleihung einer KLAr-Artenschutzplakette nimmt die KLAr-Geschäftsstelle gerne entgegen.
Kontakt
KLAr-Geschäftsstelle
Mühlenstraße 47, 49324 Melle
Telefon: 05422 9289328
E-Mail: kontakt@son-net.de
Hecken waren jahrhundertelang ein sehr bedeutender Bestandteil unserer Kulturlandschaft und sind für den Erhalt unserer Artenvielfalt zu einem unverzichtbaren Element geworden. Sei es als Nahrungsspender, Rückzugsort oder als Kinderstube vieler Tiere. In enger Abstimmung mit den Flächeneigentümern setzt sich „KLAr Melle“ für die Neuschaffung und Pflege dieser Lebensräume ein. Gerne stimmen wir uns auch mit Ihnen bezüglich solcher oder ähnlicher Projekte ab.
Das Rebhuhn nutzt – wie einige andere Vögel auch – sandige Bereiche, um ein Staubbad zur Gefiederpflege zu nehmen. Hierfür standen lange Zeit unbefestigte, sandige Feldwege zur Verfügung. Heutzutage sind solche Stellen häufig asphaltierten oder geschotterten Wegen gewichen. Um die Lebensraumansprüche der inzwischen selten gewordenen Rebhühner zu verbessern, richtet die Kooperation „KLAr Melle“ in Abstimmung mit den jeweiligen Flächeneigentümern sogenannte Staubbadeplätze ein. Meller Landwirte und Jäger sind herzlich eingeladen, sich bei Interesse an die KLAr-Geschäftsstelle zu wenden.
Für den Steinkauz sind der Erhalt und die Pflege bestehender Streuobstwiesen und die Erschließung neuer Standorte von enormer Bedeutung. Denn Streuobstwiesen sind wahre Hotspots der Artenvielfalt. Auf mehreren Ebenen beherbergen sie mehr als 5.000 Tier- und Pflanzenarten. „KLAr Melle“ setzt sich für den Erhalt dieser wertvollen Strukturen ein und unterstützt Sie bei der Umsetzung ihrer Vorhaben.
Die Huntewiesen im Bereich des europäischen Schutzgebiets „Obere Hunte“ in Melle-Meesdorf bilden ein vielfältiges Mosaik aus Ufergehölzen, kleinen Weideflächen, Mäh- und Streuobstwiesen. Diese Flächen sind wertvoller Lebensraum für einige der KLAr-Zielarten. In Kooperation mit den Bewirtschaftern werden hier gezielt Maßnahmen umgesetzt und damit die Strukturvielfalt gefördert. Diese Art der Gebietsbetreuung wird im Rahmen freiwilliger Natur- und Artenschutzmaßnahmen auch in anderen Meller Stadtteilen durch die KLAr-Geschäftsstelle unterstützt.
Noch vor 50 Jahren war der Kiebitz im ländlich geprägten Gebiet der Stadt Melle ein Allerweltsvogel, der fast überall auf Wiesen und Feldern anzutreffen war. Trotz zahlreicher Schutzmaßnahmen ist sein Bestand in den letzten 20 Jahren um etwa die Hälfte zurückgegangen. Mittlerweile gehört er auch in Melle zu den selten gewordenen Arten. Ein Bündel an Maßnahmen aus Information, Beratung und praktischer Hilfestellungen (z. B. Markierung von Gelegen) soll direkte Gelegeverluste vermeiden. Geeignete Lebensräume sollen erhalten bzw. neu geschaffen werden. Helfen auch Sie dem sympathischen Vogel mit der Federholle und erkundigen Sie sich über Ihre Möglichkeiten beim Team von „KLAr Melle“.
Foto: Anja Roy
Nach über 40 Jahren ist der Fischotter in die Fließgewässer Melles, wie zum Beispiel an den Violenbach und an die Else, zurückgekehrt. „KLAr Melle“ setzt sich für eine Verbesserung seines Lebensraums durch eine Wiederherstellung natürlich strukturierter Gewässer mit dicht bewachsenen Uferbereichen ein. In Abstimmung mit den jeweiligen Vorhabensträgern soll darüber hinaus die Durchgängigkeit der Gewässer für den Fischotter in Zukunft bereits bei der Planung von Brückenneubauten Berücksichtigung finden.
Foto: Eckhard Lietzow
„KLAr Melle“ begleitet und betreut Lebensraum- und Artenschutzmaßnahmen Dritter und unterstützt bei der Akquise notwendiger Fördermittel. „Artenschutz im ländlichen Siedlungsraum“ – ein Projekt der Stiftung für Ornithologie und Naturschutz, das Vorhaben „Bioenergie aus Wildpflanzen“ – ins Leben gerufen durch die Jägerschaft Melle e. V. – sowie viele weitere Projekte wurden auf diese Weise bereits auf den Weg gebracht. Wollen auch Sie ihr Umfeld artenschutzkonformer gestalten, melden Sie sich gern in der KLAr-Geschäftsstelle.
Natur erleben, entdecken und erforschen! Erlebnisse und Erfahrungen sammeln und dieses mit viel Freude, Forscherdrang und Neugierde. All das können Kinder bei den „Meller Naturforschern“.
Darüber hinaus werden naturkundlichen Führungen, Informationsstände, Vorträge - wie zum Beispiel unsere „Dialogrunden“ - zu verschiedenen Themen für Vereine, Bürgerinnen und Bürger sowie Umweltbildungsprogramme für Schulen angeboten.
Weiter ist es möglich, tatkräftig mit anzupacken und mitzuhelfen, im Rahmen unserer Praxiseinsätze „Artenschutz – einmal selbst aktiv werden“ wertvolle Lebensräume unserer Kulturlandschaft neu zu schaffen bzw. zu erhalten.
Bei Interesse nehmen Sie Kontakt zur KLAr-Geschäftsstelle auf!